Künstler

Tapiwa Humphrey Vambe

Geboren 1969 in Harare, Simbabwe

Werdegang
Christere School
Mount Pleasant High School
B.A.T. Workshops – School of Fine Arts - Harare, Simbabwe
Universität für Angewandte Kunst, Wien
Mitglied der I G Bildende Kunst und Internationale Association of Art

Soziale Projekte
1993 – 1996 Vorsitzender für Kunstprojekte. Gründungsmitglied, Organisationsmitglied, Koordinator für Kunst- und Verkaufsprojekte, Koordinator für die Berufsausbildung von Sozialarbeitern, der SIKA (Street Kids in Action) – Harare
1994 – 1996 Gründungsmitglied der Harare Street Kids Organisation – Harare

Auszeichnungen
1993
– Auszeichnung für Schwarz – Weiß – Photographie, Simbabwe Heritage Exhibition, National Galerie – Harare

1994 – Höchste Auszeichnung für Metallplastik, Simbabwe Heritage Exhibition, National Galerie – Harare 


Über mich

"Ich war schon immer komisch."
Als Kind hab ich viel und überall gezeichnet. In der Schule war ich zuständig für das Malen von Plakaten. Dann habe ich begonnen, Skulpturen zu machen und verschiedene Musikinstrumente zu erlernen. Heute denke ich, dass das vielleicht ein Problem ist: ich habe Freude an so vielen Kunstrichtungen. Ich liebe es, experimentelle Musik zu machen, besonders gerne mit Waschmaschinen, Trocknern und Geschirrspülern.

Ich experimentiere überhaupt sehr viel, auch mit unterschiedlichen Materialien. Ich arbeite mit Stein, Holz, Draht, Pappmaché und besonders gern mit Metall. Altmetall mag ich nicht nur, weil es billig ist, sondern weil es meine Fantasie beflügelt. Hier in Österreich ist es gar nicht so einfach, an recycelbares Material zu kommen. Es liegt ja nicht so einfach auf der Straße herum. Zuerst habe ich die Idee, dann besorge ich das Material dazu. Ideen bekomme ich beim Beobachten der Menschen auf der Straße und beim Zeitunglesen in der U-Bahn. Mich interessieren politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge. Ich bin ja in Kriegszeiten aufgewachsen. Hatte also schon in meiner Heimat ziemlich ungünstige Lebensbedingungen. Und das ist so geblieben. Als Mensch aus der 3.Welt hast Du es viel schwerer als andere. Trotzdem. Freiheit ist für mich das Wichtigste. Aber dieses Leben kostet mich sehr viel Kraft, deshalb sind meine Skulpturen keine Kunst-Stücke, sondern Kraft-Stücke!

Was mich besonders beschäftigt, als Mensch und als Künstler, ist das Thema Familie. "Charity begins at home", davon bin ich überzeugt. Nächstenliebe ist wichtig, am allerwichtigsten aber innerhalb der Familie. Meine nächste Ausstellung soll diesen Titel tragen. Ich arbeite sehr gerne mit Kindern, veranstalte Workshops speziell für Kinder. Wenn wir künstlerisch miteinander arbeiten, spielen Herkunft und Hautfarbe keine Rolle. In der Kunst sind wir alle eins. Kunst überwindet alle Vorurteile. Mit meiner Arbeit als Künstler will ich Türen öffnen.

In Wirklichkeit ist doch alles Kunst. Jeder Alltags-Gegenstand ist ein Kunst-Stück. Ein Künstler hat es entworfen. Sogar die Atombombe ist ein Kunst-Stück. Und die Füllfeder, mit der Verträge unterzeichnet werden. Künstler haben einen anderen Blick auf die Welt, sehen sie aus einer anderen Perspektive. Deshalb wäre es so wichtig, sie auch in der Politik, im diplomatischen Dienst einzusetzen.
Denn wir Künstler sind keine Idioten